Von WMS und Orthophoto

Wie aufmerksame rwrBrille-Leser wissen, handelte unsere Diplomarbeit (und derzeit unser Projekt) von einem (wie der Name schon sagt) grafisch (damit ist die Karte gemeint) unterstütztem Einsatzorganisationssystem für die Bergrettung. Um eine bestmögliche Planung der Einsätze zu ermöglichen, war das Ziel auch Orthophotos, also Satellitenbilder, im System anzuzeigen. Solche Fotos werden über ein sogenanntes WMS, ein Web Map Service, zur Verfügung gestellt und dann via der JavaScript-Bibliothek OpenLayers im Browser dargestellt.

Die Anbieter solcher Dienste sind natürlich nicht wir selber, sondern Firmen mit ihren Produkten wie Google Maps oder Bing Maps, um ein paar bekannte Namen zu listen. Im Jahre 2012 bieten solche WMSs schon meist Bilder in sehr hoher Auflösung. Das Problem dabei ist aber, dass es noch viele Teile, auch in Österreich, gibt, welche durch die sehr niedrige Auflösung unbrauchbar für das System sind. Das ist z.B. der Raum Bad Mitterndorf (da wo ich herkomme). Da zeigen einem die Bilder gerade einmal, dass hier Wald und dort Berg ist.

Seit einigen Jahren gibt es in Österreich die Möglichkeit, über von den einzelnen Bundesländern zur Verfügung gestellten Digitalen Atlanten das ganze (Bundes-)Land über hoch auflösende Orthophotos zu erkunden. Es kam auch immer wieder der Wunsch, dieses Kartenmaterial in unser System einzubinden. Ich weiß nicht wieso, aber aus dem Glauben heraus „bei uns in Österreich gibts da SICHER noch keine Möglichkeit“, haben wir nicht einmal im Ansatz versucht diesen Wunsch umzusetzen.

Bis jetzt. Nachdem ich wieder einmal mit dem steirischen Digitalen Atlas zu tun hatte, kam mir die vollkommen absurde Idee auf der Website des GIS Steiermark nach „WMS“ zu suchen. Zu meinem erstaunen gab es sogar Treffer und zu meinem nach größeren erstaunen war das Ganze auch noch gratis. Was mir dann noch den Rest gegeben hat war, dass das WMS in 2 Sekunden ins System integriert war und danach perfekt funktionierte.

Das Portal welches dieses WMS bewirbt heißt geoimage.at und hat zum Ziel, dass jeder Österreicher auf Orthophots seines Landes in guten Qualität zugreifen kann. Gute Qualität heißt in diesem Fall 1m Auflösung, oder verständlicher gesagt: Dinge die größer als 1m sind, kann man auf der Karte als eigenes Objekt erkennen.

Den Pressemeldungen zufolge gibt es diesen Dienst auch schon seit Mitte 2011, also vor Beginn unserer Diplomarbeit. Das zeigt wieder einmal, man soll nicht immer klischeehaft denken und sich vom eigenen Land hin und wieder positiv überraschen lassen 😉

Und unser System ist um eine Feature reicher geworden…


Ein Geoimage des Kulm zeigt die maximale Auflösung des kostenlosen Dienstes


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